19/03/2019

Kompetente Mitarbeiter: finden und binden

Dr. Haske aus Siegburg

Mitarbeitergewinnung im Netz – warum wichtig?

„Schon bevor ich mich auf Ihre Anzeige […] gemeldet habe, hatte ich Ihre Internetpräsenz entdeckt, die mich sehr begeistert hat. Ihr sehr sympathisches Auftreten und das Ihres Teams haben mir sehr gut gefallen. Ganz besonders positiv ist mir auch Ihr persönliches Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten und Ihr Streben nach ei- nem Ergebnis, das Patient und Behandler glücklich macht, aufgefallen. Des Weiteren haben mich auch die verschiedenen Tätigkeitsschwerpunkte beeindruckt, die Sie in Ihrer Praxis anbieten. Diese ermöglichen mir […] mein Wissen und Können vielfältig in alle Richtungen zu erweitern.“ – Originalzitat aus der Bewerbung eines jungen Zahnarztes für eine vakante Stelle.

Ein gut aufgestelltes Team ist einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Zahnarztpraxis. Kompetente und erfahrene Mitarbeiterinnen werden ebenso händeringend gesucht, wie motivierte Auszubildende zur Zahnmedizinischen Fachangestellten. Doch wie findet und bindet man gute Mitarbeiterinnen?

INFO: Im Jahr 2017 lag diese Ausbildung unter Frauen auf Platz 4 der Beliebtheitsskala. Insgesamt unterzeichneten 11.769 Frauen einen Ausbildungsvertrag. Der Anteil von Männern lag unter 2%, weswegen in diesem Artikel die weibliche Form verwendet wird. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Wenn man die Anzahl der Auszubildenden den knapp 52.000 niedergelassenen Zahnärzten in Deutschland gegenüberstellt, wird nur jede vierte Praxis eine geeignete Kandidatin finden. Und selbst wenn die Zusammensetzung Ihres Teams aktuell keine Wünsche offen lässt – der nächste Mutterschaftsurlaub oder anderweitige Veränderungen lassen nicht lange auf sich warten. Mit der richtigen Strategie kann die nächste Mitarbeitersuche entspannt ablaufen. Dieser Artikel gibt Ihnen wertvolle Tipps, wie sich die Suche nach einer passenden Mitarbeiterin wesentlich einfacher gestalten lässt. Außerdem erfahren Sie, wie Sie die Bindung zu Ihrer Praxis stärken.

Wie authentisch ist Ihr Ruf im Web? 

Patienten lassen sich bei der Wahl des Arztes von Bewertungen im Internet leiten. Wie sieht es mit potenziellen Mitarbeiterinnen und zukünftigen Auszubildenden aus? 92 Prozent aller Bewerber informieren sich über Ihren potentiellen Arbeitgeber im Internet. Google liefert gleich mehrere Seiten an Suchergebnissen. Darunter finden sich neben Links zur Website der Praxis auch diverse Auszüge aus Branchenbüchern, Bewertungsportalen und den großen Social Media Kanälen. Insbesondere die goldenen Sterne von Bewertungen ziehen die Blicke auf sich und verleiten zum nächsten Klick. Wenige Sekunden später dürfte das Interesse entfacht oder auch erloschen sein.

Heute sehen viele Mediziner die Präsenz im Netz in erster Linie als große Chance zur Patienten- und Mitarbeitergewinnung. Im besten Fall ergreift der Zahnarzt die Initiative und kommuniziert im digitalen Umfeld genau so prompt und sympathisch, wie das auch im Praxisalltag geschieht. Dieses Reputationsmanagement beinhaltet natürlich auch die Prüfung und Aktualisierung von Öffnungszeiten, Telefonnummern und weiteren Angaben. Hochwertige Fotos und ein gepflegter Google-Business-Eintrag runden das Erscheinungsbild ab. Gegen unwahre oder gar beleidigende Einträge kann rechtlich vorgegangen und eine Löschung erwirkt werden. Eine geeignete Agentur kann die Arztpraxis dabei unterstützen. Nachdem Bewerberinnen auf eine freie Stelle aufmerksam geworden sind, wird ihnen im Web ein ansprechender und aussagekräftiger Eindruck von der betreffenden Praxis geliefert.

Bilder sprechen lauter als Worte

Ein gutes und starkes Team bringt Freude auf allen Seiten. Das Bild zeigt die Praxis Dr. Jahnke in Mechernich.
Ein gutes und starkes Team bringt Freude auf allen Seiten. Das Bild zeigt die Praxis Dr. Jahnke in Mechernich.

Alle Beteiligten wünschen sich eine harmonische und zuverlässige Zusammenarbeit. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sowohl Arzt als auch dentale Fachkräfte schon gegenteilige Erfahrungen gemacht haben. Wie können Sie als Doktor und Praxisinhaber die angenehme Arbeitsatmosphäre in Ihrem Team mit potenziellen Bewerberinnen kommunizieren? Ist es ausreichend, das gute Verhältnis zwischen Arzt und Angestellten in der Stellenanzeige zu loben?

Die Analysen unzähliger Webseiten bestätigen immer wieder, dass die Besucher oft als erstes die Teamseite aufrufen. Jeder möchte wissen, wem er sich und seine Gesundheit letztendlich anvertrauen wird. Folgerichtig möchten auch Bewerberinnen mehr über ihr zukünftiges Team erfahren.

Viele Ärzte haben den Wert eines professionellen Fotoshootings erkannt und präsentieren im Web authentische und sympathische Fotos von sich und dem eigenen Team. Auch wenn Szenen während eines Shootings nachgestellt werden, vermitteln diese einen überzeugenden Eindruck vom Praxisalltag.

Zahnärzte sind auch Motivationstrainer 

Motor der Motivation | ©AdobeStock.com #168878002 Trueffelpix
Motor der Motivation | ©AdobeStock.com #168878002 Trueffelpix

Lob und Anerkennung sind die Energydrinks für Ihre Mitarbeiterinnen. Man muss es nicht übertreiben, in vielen Praxen werden sie aber zu sparsam verteilt. Das überrascht nicht, denn schließlich sind die Abläufe in einer Praxis stramm organisiert und es bleibt kaum zeit für konstruktives Feedback und anerkennende Worte. Wenn sich die Kommunikation zwischen Arzt und Mitarbeiterin auf Anweisungen und mögliche Fehler beschränkt, wirkt das sehr destruktiv und die nächste Krise ist nicht weit entfernt.

Die hoch dotierten Coaches für Praxismanagement predigen in ihren Seminaren schon seit vielen Jahren, sich als Arzt unbedingt regelmäßig zeit für Mitarbeitergespräche zu nehmen. In diesem rahmen können Sie Ihr Lob konkretisieren. Ihre Mitarbeiterin wird merken, dass Ihr Lob keine pauschale Standardgeste ist, sondern Sie echte Wertschätzung für die erbrachte Leistung zum Ausdruck bringen möchten. Auch zu verbessernde Bereiche können sachlich und konstruktiv angesprochen werden. In unbefangener Atmosphäre werden Sie möglicherweise auch wertvolle Anregungen einholen können. Auf diese Weise werden Mitarbeiterinnen in die Weiterentwicklung eingebunden und die Bindung zur Praxis gestärkt.

Jubiläen sind ebenfalls ein wunderbarer Anlass für Anerkennung. Wenn Sie jetzt noch einen Schnappschuss und einige nette Worte von diesen und ähnlichen Anlässen auf Facebook posten, werden sogar angestellte Fachkräfte über einen Wechsel in Ihr Team nachdenken. Herr Dr. Ahrens schreibt in seinem Blog: „Wir feierten die 30-jährige Betriebszugehörigkeit unserer Praxismanagerin gemeinsam in einem schönen Lokal. Ein Facebook-Post darüber brachte uns die Bewerbung einer sehr fähigen Stuhlassistentin und ihrer Freundin ein, die Prophylaxehelferin ist. So haben wir uns nicht nur teure Stellenanzeigen gespart, sondern sind auch insgesamt ein stärkeres Team geworden.“

Viele der oben beschriebenen Tipps verstehen sich als Präventivmaßnahme. Es ist klug, wenn man bereits jetzt Ressourcen für die Reputation der eigenen Praxis investiert. Ein überraschender Ausfall einer Mitarbeiterin stellt auf vielen Ebenen eine erhebliche Belastung für Sie und Ihr Team da. In solchen Situationen wird deutlich, dass hochwertiges Marketing nicht mit plumper Werbung vertauscht werden darf. Ein sympathisches und kompetentes Image wird letztendlich nicht nur die gewünschten Patienten zu Ihnen bringen, sondern auch leistungsstarke Mitarbeiterinnen.